Pädagogisches Konzept

Pädagogischer Ansatz

Jedes Kind ist ein einzigartiges Individuum, das sich entwickeln und seinen ihm eigenen Weg finden möchte. Es kommt mit großem Vertrauen in diese Welt und braucht Zuwendung, eine respektvolle und wertschätzende Haltung seiner Bezugspersonen ihm gegenüber und liebevolle Vorbilder, an denen es sich orientieren kann.

Vor allem das Kind unter 7 Jahren hat noch einen sehr großen Bewegungsdrang, durch den es sich ausprobiert und sein motorischen Fähigkeiten übt und entwickelt (Sitzen, Krabbeln, Klettern, Stehen, Laufen, Hüpfen, Balancieren, Rennen, Liegen, Ruhen, Sitzen….).

Gemäß meines ganzheitlichen pädagogischen Ansatzes sind diese aber Grundlage für alle weiteren Kompetenzen, die das Kind entwickelt (Sprechen, Denken, Sozialkompetenz uvm.) bis hin zu Schulfähigkeit und logischem Denkvermögen.

Das Spiel ist die Arbeit des Kindes. Deshalb braucht es dafür viel Zeit, Platz und Ruhe. Im großen Spielraum gibt es die Möglichkeit des großräumigen Spielens mit den Motorikelementen nach Emmi Pikler. Aus diesen Elementen werden Bewegungslandschaften aufgebaut, die das Krabbeln, Klettern und Ähnliches anregen, damit das Kind seine Bewegungsfreude ausleben und seine motorischen Fähigkeiten üben kann. Außerdem kann dort ein Bauteppich liegen für die Bauklötze und die Brioeisenbahn, eine kleine Puppenecke eingerichtet sein für das Vater-Mutter-Kind-Spiel und Regale zur Aufbewahrung der Materialien. Weniges Spielzeug von guter Qualität und mit hoher Wandelbarkeit regt die Phantasie des Kindes an.

An der anderen Seite des Raumes wird eine Bücher- und Medienecke eingerichtet mit Bücherregal, Puzzeln und gemütlichem Sofa zum gemeinsamen Lesen und Schmökern und vielleicht auch mal zum Kuscheln.

Das Freispiel wird unterbrochen von Gemeinschaftsaktivitäten wie Obst und Gemüse für das gemeinsame Essen klein schneiden, Brote selber schmieren zum Beispiel, malen und basteln, Tisch decken, hier können die Kinder in Anleitung „selber“ tun, was der Erwachsene tut. Auch andere hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie spülen, abtrocknen, fegen usw sind für das Kind von großem Interesse und werden von ihm mit viel Eifer nachgeahmt. Es möchte immer helfen und lernt dadurch die Welt und sich kennen und bewältigen.

Essens- und Ruhephasen ermöglichen dem Kind die Verarbeitung des Erlebten und den Wiederaufbau der Kräfte für neue Aktivitäten.

Den Tag begleitend singen wir, was uns so einfällt und woran wir Spaß und Freude haben. Auch einfache Musikinstrumente wie Glockenspiel, Hölzchen und Ähnliches lassen wir zwischendurch erklingen, manchmal auch als kleine Rituale wie zum Beispiel ein Glockenspiel vor dem Schlafen.

Ein wiederkehrender Tagesablauf und auch der Jahreskreislauf der Natur mit den darin wiederkehrenden Festen geben dem Kind und uns Sicherheit, Geborgenheit und Sinnhaftigkeit und lassen uns Achtung vor und Liebe zur Natur und dem Leben spürbar werden.

Eingewöhnung

Die Eingewöhnung des Kindes sollte langsam und mit viel Geduld geschehen. Hierbei begleitet die Mutter /der Vater das Kind in den ersten Tagen in die Tagespflegestelle und verlebt dort gemeinsam mit dem Kind eine Stunde/ eine Freispielzeit/ einen Vormittag, um die Tagesmutter, die Umgebung und das Leben in der Tagespflegestelle kennenzulernen. Hat zu Anfang zuerst nur die Mutter/ der Vater  das Kind gefüttert / gewickelt usw, so werden diese Aufgaben auch langsam von der Tagesmutter übernommen, je nach Offenheit und Zutrauen des Kindes. Nach der ersten Kennlernzeit kann die Mutter / der Vater z.B. mal allein zum Auto gehen, um etwas zu holen (einige Minuten), dann vielleicht mal kurz etwas einkaufen beim Bäcker z. B., (etwas länger), dann ein bisschen länger wegbleiben und so wird die Zeit, die das Kind ohne Mutter / Vater bei der Tagesmutter bleibt, langsam verlängert. Das Kind muss die Erfahrung machen, dass die Mutter (wie angekündigt) wiederkommt. So kann auch ein kurzes Weinen von der Tagesmutter aufgefangen werden und das Kind lernt, dass auch die Tagesmutter  trösten und Sicherheit geben kann.

Das gegenseitige Kennenlernen von Kind, Eltern und Tagesmutter braucht Zeit, Respekt und Ehrlichkeit in der Begegnung und eine intensive Kommunikation miteinander. Gemeinsam entscheiden Eltern und Tagesmutter je nach der individuellen Situation, wie die nächsten Schritte jeweils sein werden, damit die Eltern ihr Kind vertrauensvoll in die Obhut der Tagesmutter geben können und sich so auch das Kind wohl und geborgen fühlen kann.

 

Tagesablauf

Zwischen 7:00 und 8:30 Uhr ist die Bringzeit der Kinder.

Hier ist auch schon die erste Freispielzeit, in der die Kinder sich frei im Raum bewegen und ihren Interessen nachgehen können. Wir bauen Türme, lassen die Brioeisenbahn fahren, wickeln die Puppen und so weiter.

In dieser Zeit wird auch das Mittagessen vorbereitet, Obst und Gemüse geschnibbelt und der Frühstückstisch gedeckt.

Gegen 9 Uhr wird etwas aufgeräumt, wir treffen uns auf dem Teppich zum gemeinsamen Morgenkreis mit Lied und Fingerspiel und dann gehen wir zum Frühstück (ca 9:15 Uhr).

Nach dem Frühstück und einer Wickelphase ziehen wir uns an und gehen in den Garten zu einem 2. Freispiel draußen oder in den Wald zu einem Waldspaziergang (ca 10:30Uhr).

Je nach Wetter und Befinden kommen wir nach 1 Stunde wieder ins Haus, ziehen uns aus, werden gewickelt, waschen uns die Hände, und dann gibt es Mittagessen. (ca 12:00 Uhr). Hier oder etwas später kommen vielleicht auch die älteren Kinder, die aus der Schule kommen.

Anschließend haben wir unsere Ruhezeit(bis ca 14:00 Uhr).

Ein kleiner Nachmittagssnack (ca 14:30 – 15:00 Uhr) gibt uns wieder neue Kraft zum Nachmittagsfreispiel, das bis 16:15 Uhr stattfindet, je nach Wetter drinnen oder draußen.

Um 16:30 Uhr werden die Kinder abgeholt.

Abholzeiten

montags – donnerstags :                            freitags:

12 Uhr                                                       12 Uhr

14:30 Uhr                                                  14:30 Uhr

16:30 Uhr

 

Spielen in der Natur

Die sinnlich-konkreten Erfahrungen, die das Kind beim Spielen in der Natur machen kann mit den Elementen Erde/Sand, Wasser, Luft/Wind und Feuer/Wärme sind von grundlegender Wichtigkeit für sein Selbstgefühl, seine Motorik, sein Gleichgewichtsvermögen und seine weitergehende Sprach- und Denkentwicklung.

Das Eintauchen in die Natur beim Spielen des Kindes wirkt fördernd und heilend zugleich und macht das Kind wohlig müde und satt an Erfahrung.

Deshalb ist es mir sehr wichtig, wenn möglich jeden Tag mit den Kindern draußen zu sein. Dort können sie im Sand spielen, schaukeln, Käfer entdecken und den Wind und Regen schmecken. Sie dürfen sich bei mir auch schmutzig machen und brauchen deshalb Gummistiefel, Matschhosen und dergleichen.

Ernährung

Regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten strukturieren den Tag und geben uns ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft.

Der Tisch wird liebevoll gedeckt und vielleicht wird zu Beginn eine Kerze angezündet und ein Tischspruch gesprochen.

Da das kleine Kind noch im Wachstum ist, lege ich besonderen Wert auf eine gesunde, vollwertige Ernährung. Die Zutaten der Mahlzeiten sind möglichst frisch und hauptsächlich aus biologischem Anbau.

Pflege nach Emmi Pikler

Die Pflegesituation (Wickeln, Gesicht und Hände waschen, Zähne putzen usw) ist eine sehr wichtige Begegnungssituation zwischen Kind und Bezugsperson. Sie schafft Nähe und Beziehung und setzt voraus, das Kind als eigenständige Person zu achten und seine Mitarbeit und sein Einverständnis in den Handlungen der Pflege zu erwirken. So findet die Pflege in einer ruhigen Atmosphäre statt und ich begleite meine Pflegehandlungen mit Worten und viel Aufmerksamkeit und Interesse für das Kind. Durch kleine Spiele und viel Zuwendung wird die Pflegesituation zu einem schönen Begegnungsmoment am Tag.

Erziehungspartnerschaft

Wie auch schon in der Eingewöhnung so soll auch während der weiteren gemeinsamen Zeit der Begleitung des Kindes von Eltern und mir als Tagesmutter ein ehrlicher, offener Austausch von Fragen, Freuden und Ängsten stattfinden.

So ist die Betreuung des Kindes in der Tagespflege durch mich als Erweiterung des Gesichtskreises und bisherigen Lebenszusammenhangs des Kindes zu sehen und nicht als Konkurrenz.

In Tür-und-Angel-Gesprächen und regelmäßigen Entwicklungsgesprächen können wir uns über unsere Beobachtungen und Fragen austauschen. Auch gemeinsame Ausflüge und kleine Feste geben uns die Möglichkeit, mit Freude und Interesse die Entwicklung der Kinder zusammen zu begleiten.

Entwicklungsdokumentation

Eine Sammlung von Fotos, gemalten Bildern, Kindermundsprüchen u.ä. (Portefolio) wird von mir angelegt und dokumentiert die Entwicklung des Kindes während der gemeinsamen Zeit in der Kindertagespflege, wenn die Eltern mir dazu ihr Einverständnis geben.

Diese Sammlung bekommen die Eltern und ihr Kind am Ende der Betreuungszeit von mir geschenkt.


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